Donnerstag, 13. November 2014

Sinneswandel

Doch - es gibt diese Stadt. Auch, wenn mein Navigationsgerät nur noch weiße Landschaft anzeigte und mich bat wieder umzukehren. Es gibt diese Stadt. 
Gestern durfte ich sie erleben. Mit /fast/ all meinen Sinnen. Ich konnte sie sehen, schmecken, riechen - aber hören konnte ich sie nur leise, da meine Ohren mich zur Zeit ärgern und mich die Welt nur dumpf hören lassen wollen. Vorteil: ich höre nicht jeden Müll, sondern konzentriere mich lediglich auf die schönen, mich inspirierenden Geräusche und Worte (...)
Zum Riechen - sie, die junge Frau, ging an mir vorbei, unterhielt sich mit der Partnerin an ihrer Seite und ich hörte den Satz `Was mich jetzt wirklich interessieren würde ist, warum du...`(...) mehr verstand ich nicht. Was hätte ich dafür getan, dem Satz zuende zu horchen?! Sie zog einen mir altbekannten süßlichen Geruch hinter sich her. Ich musste gar nicht lange überlegen - Juicy Fruit. Dieses Kaugummi aus meiner Kindheit, was ich so mochte. Schön.
Auch dort wird es Herbst. Es riecht schon ganz zart nach schimmeligem Laub - es war zu spüren, dass das erst der Anfang ist. Kalte, trockene Luft paarte sich mit Sonnenstrahlen, die Grasbüschel in goldenes Licht tauchten. Noch schöner.
Ja, es gibt diese Stadt. Ich habe sie erlebt. Ich habe sie gerochen, auch ein Stückchen gehört, ich habe sie gesehen - alle Kuriositäten, Verrücktheiten und Abnormitäten (gibt es dieses Wort eigentlich?), die Bethel zu bieten hat; mit wertvollen und ästhetischen Entdeckungen, die mich inspirierten und Ideen in meinen Kopf, in meine Brust und in meinen Bauch transportierten. 
Nur ein /wenn/ und kein /dann/: ich weiß sogar, wie diese Stadt schmeckt - nach `türkischer Apfel` - ein mir vertrauter, süßer Geschmack. Ja, es gibt diese Stadt. Ich habe sie erlebt.

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